Literaturtage Rügen
Im fünften Jahr sind die Literaturtage Rügen zur festen Größe im Kulturherbst der Insel geworden. Vom 30. Oktober bis zum 1. November 2026 kommen erneut namhafte Autorinnen und Autoren in die Hafenstadt Sassnitz – diesmal unter einem Motto, das zweimal gelesen werden will: HÖRT AUF! Es geht ums Aufhören. Und ums Aufhorchen. Was passiert, wenn wir innehalten und unsere Ohren aufstellen? Drei Tage lang lädt das Festival zu Lesungen, Kino, Performance und Debatte – zum Zuhören und zum Mit(einander)reden. Samstag: Verluste, Entzug, Widerstand Florian Scheibe schaut in „Verluste“ einer Familie beim Einbunkern zu. Als der Patriarch einen Luxusbunker plant, beginnen alle gegen die Wände zu laufen – ein wendungsreicher und höchst amüsanter Roman darüber, dass es kein Entrinnen gibt, erst recht nicht in der Familie. Christoph Peters erzählt in „Entzug“ schonungslos und mit bitterer Komik von der Alkoholsucht eines Schriftstellers. Trinken und Nicht-Trinken heißen die beiden Teile dieses Romans; der Autor macht keinen Hehl daraus, dass hier eigene Erfahrungen verarbeitet werden. Ingo Schulze legt mit „Das Wasser im August“ sein vielleicht persönlichstes Buch vor: Ein Schriftsteller reist zu einer Lesung nach Mecklenburg und liest aus einer unveröffentlichten Novelle über die eigene Jugend. Das alte Ich hört auf das junge. Ausgezeichnet mit dem Uwe-Johnson-Preis 2026.Zum Ausklang lädt die Performance Bar Tleby in eine Schankstube im Westflügel des Grundtvighauses. Nach Motiven von Herman Melville bitten die Berliner Künstler Michael Graessner und Sebastian Orlac das Publikum, etwas lieber nicht zu tun.
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