ADALBERTS KURHAUS

von – Uhr

Eine Rügen-Geschichte – Theaterstück von Jeanette Rosen und Malte Kuhn-Mitscherlich Das Stück handelt von der wahren und doppelt tragischen Geschichte des einstigen jüdischen Besitzers des Binzer Kurhauses Adalbert Kaba-Klein (1895-1962). Gleich zweimal wird er zum Opfer der Willkür politischer Machtstrukturen, erst verliert er alles und beinahe das Leben durch die Arisierung der Nazis. Dann wird er 1953 in der DDR durch die „Aktion Rose“ noch einmal zwangsenteignet und verhaftet. Vor dem Kurhaus erinnert ein Stolperstein an sein Schicksal. Doch wo ist der zweite Stein? Vor dem Kurhaus Binz erinnert ein einzelner Stolperstein an Adalbert Kaba-Klein. Doch die Geschichte des einstigen jüdischen Kurhausdirektors verlangt eigentlich zwei. Die Aufführung von „Adalberts Kurhaus“ erzählt nicht nur von einem außergewöhnlichen Leben, sondern lädt die Zuschauer dazu ein, nachzuempfinden, was es bedeutet, wenn ein Mensch die Willkür von gleich zwei politischen Systemen erleiden muss. Von den Nationalsozialisten wird der Jude Kaba-Klein enteignet, verliert sein Hotel, wird deportiert und entgeht nur knapp der Vernichtung. Nach dem Krieg erkämpft er sich sein Haus zurück. Doch 1953 trifft ihn die „Aktion Rose“, eine Enteignungswelle des DDR-Regimes an der Ostseeküste zur Verstaatlichung von Hotels mit Schwerpunkt auf Rügen. Kaba-Klein wird erneut enteignet und zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Vor diesen Schicksalsschlägen war Adalbert ein lebenslustiger, unangepasster Mensch. Er holt die Haute Volée aus Berlin in sein Haus mit Kakadu Bar und Kabarett Koralle, flaniert mit einem Schwein über die Binzer Promenade. Das Theaterstück zeigt, wie der Mensch zu einem Spielball der politischen Systeme werden kann. Und es stellt die Frage, was passiert, wenn einem die Freiheit des selbstbestimmten Handelns genommen wird. Freiheit, die wir heute eigentlich als selbstverständlich betrachten. Es spielen: Boris Ben Siegel, Marilena Weichert, Roland Pfaus, Stefan Waak u.a. Regie / Ausstattung: Jeanette Rosen Nach den Aufführungen besteht die Möglichkeit, mit Historikern des Dokumentationszentrums Prora und dem Ensemble ins Gespräch zu kommen. Einlass: 18:00 Uhr, Beginn: 19:00 Uhr Eintritt: 15,- €

Veranstaltungsort

grundtvighaus e.V., Seestraße 3, 18546 Sassnitz

Veranstalter

Grundtvighaus e.V. und Kulturverein Fallada Land e.V.

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