Gedenkveranstaltung zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus in Sassnitz

Sassnitz, den 28.​01.​2026

Am 27. Januar 2026 gedachte die Stadt Sassnitz der Opfer des Nationalsozialismus. Anlässlich des bundesweiten Gedenktages fand eine öffentliche Gedenkveranstaltung am Denkmal für die Opfer des Faschismus, auf dem Alten Friedhof sowie auf dem Waldfriedhof statt.

 

Im Rahmen der Veranstaltung wurden Kränze niedergelegt, um der Menschen zu gedenken, die während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft verfolgt, entrechtet und ermordet wurden.

In ihren Ansprachen erinnerten die erste stellvertretende Bürgermeisterin Gabriele Thiele, Stadtpräsident Norbert Benedict und Pastor Johannes Müller an die historische Bedeutung des 27. Januars 1945, dem Tag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau.

 

Frau Thiele betonte in ihrer Rede, dass die Berichte der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen eine bleibende Verantwortung begründen. Angesichts aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen, in denen Ausgrenzung, Gewalt und Menschenverachtung wieder sichtbar werden, sei es umso wichtiger, die Lehren aus der Geschichte wachzuhalten. Das Leid von Kindern in Kriegen und Konflikten verdeutlicht die Dringlichkeit der Mahnung des Gedenktags.

 

Herr Benedict machte in seiner Rede deutlich, dass Auschwitz kein Zufall der Geschichte gewesen sei, sondern das Ergebnis einer Entwicklung, die mit Sprache, Ausgrenzung und der Abwertung von Menschen begonnen habe. Entwürdigung beginne nicht erst mit Gewalt, sondern im Alltag – in Worten, Kategorien und im Wegsehen. Er erinnerte insbesondere an Charlotte Schimmelpfennig aus Sassnitz, die während der Zeit des Nationalsozialismus Menschlichkeit zeigte und deshalb verfolgt wurde. Sie hatte kein Verbrechen begangen, sondern sich lediglich geweigert, wegzusehen. Ihr Beispiel steht stellvertretend für den Mut Einzelner und zeigt, dass Menschlichkeit stets eine bewusste Entscheidung erfordert.

 

Mit Blick auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen mahnten die Anwesenden zur Wachsamkeit gegenüber Ausgrenzung, Hass und Menschenverachtung. Erinnerung bedeute Verantwortung – für die Gegenwart und für die Zukunft. Mit einem Gospelgesang von Herrn Pastor Müller und einem gemeinsamen Gebet fand das Gedenken am Waldfriedhof einen stillen, emotionalen Abschluss.

 

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