Rückblick auf die Ausstellungseröffnung „Lost Sassnitz“ – Ein Blick in das Vergessene
Vergänglichkeit sichtbar machen, Erinnerungen bewahren: Am 16. Mai wurde im Rathaus Sassnitz die Fotoausstellung „Lost Sassnitz“ der Rügener Fotokünstlerin Iwona Knorr eröffnet. Die beeindruckende Schau zeigt verlassene, teils in Vergessenheit geratene Orte im Stadtgebiet und bietet ungewohnte Perspektiven auf eine Stadt im Wandel.
Bürgermeister Leon Kräusche betonte die gesellschaftliche Relevanz des Projekts:
„Wenn wir aufhören zu bewahren, haben wir es vergessen!“, mahnte er und würdigte die Arbeiten Knorrs als wichtigen Beitrag zur kulturellen Erinnerung der Stadt.
Die Fotoreihe von Iwona Knorr führt die Besucher an Orte, die man im Alltag kaum beachtet, darunter die stillen Hallen des ehemaligen Stubnitz-Kinos, die ikonische Kuhkapelle in Lancken oder verlassene Industrieanlagen auf dem Kistenplatz. Mit einem feinen Gespür für Licht, Struktur und Atmosphäre gelingt es der Künstlerin, das Verlorene sichtbar zu machen – ohne zu romantisieren, aber mit viel Respekt vor dem, was war.
„Es geht mir nicht um das Schmuddelige“, erklärt Iwona Knorr. „Ich möchte zeigen, wie die Zeit an diesen Orten nagt und wie kostbar sie gerade dadurch werden.“ Die Arbeiten eröffnen neue Perspektiven selbst für Einheimische und regen zum Nachdenken über den Umgang mit Leerstand, Wandel und Erinnerungsorten an.
Die Ausstellung ist noch bis zum 16. September im Foyer des Sassnitzer Rathauses zu sehen und kann zu den regulären Öffnungszeiten besucht werden.
Der Eintritt ist frei.
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