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Vorsicht an Steilküsten


 

Hinweise des Landkreises Rügen zu Kliffabbrüchen und Rutschungen an den Steilküsten

 

Die Vielfalt an Küstenformen prägt die Einmaligkeit der Landschaften von Rügen und Hiddensee. Neben der bekannten Kreideküste gibt es Steilufer verschiedenster Ausprägung: mit und ohne Vegetation, aus Geschiebemergel und Sanden in unterschiedlicher Mischung, mit geologischen Einschlüssen, die einen Teil erdgeschichtlicher Entwicklung widerspiegeln.

 

Die Kulisse Rügenscher Küstenformen wurde durch natürlich ablaufende Prozesse geformt. Diese Naturkräfte wirken nach wie vor. Sei es von der Seeseite her als Wellenschlag, als Sturmhochwasser und als Eisgang oder von der Landseite her als Durchfeuchtung durch Niederschlagswasser, Quellen oder Bäche. Wir sprechen von Küstendynamik. Auf diese Weise sind in einem Jahrtausende langen Prozess die begehrten Strände auf Rügen entstanden, indem sich Abbruchmaterial angelagert hat, das an anderer Stelle ins Meer gespült wurde.

 

Dort, wo sich Sickerwasserströme zwischen unterschiedlichen geologischen Schichten bewegen, werden Uferausbrüche begünstigt. So war es bei dem großen Uferabbruch im März 2005 bei Lohme. Zwar sind solche problematischen Uferabschnitte bekannt. Wann ein derartiges Ereignis eintritt, lässt sich aber kaum annähernd vorausbestimmen. Eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht in Jahreszeiten mit viel Niederschlägen, besonders nach der Schneeschmelze und beim Wechsel von Gefrieren und Auftauen der in das Kliff eingedrungenen Feuchtigkeit. Besucher unserer Insel, aber auch Einheimische müssen sich deshalb auf Gefahren einstellen, die beim Besuch von Steilküsten auftreten können.

 

Beim Begehen von Hochuferwegen sind daher Absperrungen und Leiteinrichtungen unbedingt zu respektieren und dort, wo solche fehlen, darf auf keinen Fall bis an die Kliffoberkante herangetreten werden.

 

Das Wandern am Fuß von Steilufern sollte im Winter/Frühjahr überhaupt unterlassen werden - ein Rat an alle Gäste, die Rügen über das Osterfest besuchen. Der Uferabbruch kommt stets überraschend und meist ist das Ufer zudem noch sehr schmal, so dass ein Ausweichen oft nicht mehr möglich ist. Selbst Steilküsten von wenigen Metern Höhe können gefährlich sein. Größere Findlinge können bei den Abbrüchen ebenfalls herunterfallen.

 

Auf Rügen gibt es über 140 Kilometer Steilküste. An besonders stark besuchten Stellen stehen Hinweisschilder, die unbedingt beachtet werden müssen. Das Sicherste ist, genügend Abstand zu den Steilufern zu halten.