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Volkstrauertag 2009


 

 

 

Gleich, ob diesseits oder jenseits der Front, ob militärisch oder zivil, vom Schicksal der Millionen Toten sind heute emotional wenige berührt. Wenn der Tote oder die Tote oder die Toten einer ganzen Familie, die auch immer noch vermisst werden, ein Gesicht haben und einem näher treten, einen Stich ins Herz verursachen oder Tränen hervorrufen, dann wird es brenzlig für eine Politik des Vergessens, des Verdrängens oder der Neuauflage von Krieg und Terror. Den heute Lebenden sollte an so einem Tag nahegebracht werden, dass die Toten aus Krieg, Gewalt und Terror so waren wie ihre Eltern oder Großeltern, Geschwister oder Schulfreunde, Freunde oder Nachbarn, solche Menschen wie diejenigen Soldaten der Gegenwart, denen in Berlin jetzt eine Gedenkstätte gewidmet ist oder wie diejenigen, für die seit Jahren täglich Kerzen am Straßenrand angezündet werden. Eben deshalb, weil die Nachge-bliebenen den Schmerz im Herzen nicht überwinden können. Auch die Frage nach dem Warum kann gestellt werden. Warum Hochrüstung und Krieg, warum Afghanistan oder Irak und was ist eigentlich der Schwur unserer Eltern und Großeltern "Nie wieder Krieg" noch wert. Daran ist am Volkstrauertag zu denken und nicht in den Gedanken zu verfallen, dass es ausreichend ist, im Kriegsgrab unvergessen zu sein.

 

Daran denke ich, wenn die Stadt Sassnitz am Volkstrauertag, Sonntag, den 15. November 2009 um 10:00 Uhr auf dem Alten Friedhof an der Waldmeisterstraße und anschließend auf dem Waldfriedhof Dwasieden der Toten des Zweiten Weltkrieges gedenkt. Einwohnerinnen und Einwohner sowie Gäste der Stadt sind eingeladen, am Gedenken teilzuhaben.

 

 

 

D. Holtz

Bürgermeister