Die Fußgängerbrücke im Stadthafen ist am Montag in Dresden mit dem diesjährigen Deutschen Brückenbaupreis ausgezeichnet worden. Das teilte das Bundesverkehrsministerium anlässlich der Preisvergabe im Audimax der TU Dresden mit.
Bürgermeister Dieter Holtz und Stadtvertretervorsteher Norbert Thomas zeigten sich sehr erfreut über diese überregionale Würdigung und über die offensichtlich richtige Entscheidung für den Entwurf der Architekten Mike Schlaich und Andreas Keil.
Die Entwurfs- und Konstruktionsansätze von Prof. Dr. Mike Schlaich gründen in der Tradition des Leichtbaus. Schlaich hat unter anderem die Ting-Kau-Brücke in Hongkong geplant, die mit 1177 Metern zu den längsten und schlanksten Schrägseilbrücken der Welt gehört.
Die Brücke gewann in der Kategorie "Fuß- und Radwegebrücken" und setzte sich damit gegen die ebenfalls nominierte Altmühlbrücke Eichstätt in Bayern und die Hafenbrücke in Bremerhaven durch.
Die Brücke verbindet die Stadt mit dem 22 Meter tiefer gelegenen Hafen. Die Jury lobte die leichte und zugleich transparente Konstruktion, die von keinem Punkt aus den Blick über Hafen und Meer verbaue.
"Die neue Fußgängerbrücke im Stadthafen Sassnitz - Balkon zum Meer - überzeugt durch eine optimale Kombination von Form und Funktion. ... Mit ihrem weit gespannten, kühnen Schwung über 22 m Höhenunterschied hinweg erfreut die neue Brücke Betrachter wie Benutzer", heißt es in der Begründung der Jury des Brückenbaupreises.
Die Brücke hat eine Gesamtlänge von 250 Metern und ist über eine Länge von 120 Metern als sogenannter "leichter einseitig aufgehängter Kreisringträger" ausgebildet. Sie ist damit die längste Hängebrücke ihrer Art. Ihre Besonderheit ist vor allem die statisch vorteilhafte exzentrische Verankerung der Hängerseile an "Kragarmen" über der Fahrbahn, die das Aussehen des Bauwerks prägen.
"Mit dieser elegant geschwungenen Hängebrücke ist state-of-the-art im Fußgängerbrückenbau neu definiert. Wir freuen uns, dass die Brücke bei der Bevölkerung in Sassnitz gut ankommt und hoffen mit dem "Balkon zum Meer" einen Beitrag zur Baukultur in Deutschland geleistet zu haben", betont Prof. Dr. Mike Schlaich.
Der undotiere Brückenbaupreis wird alle zwei Jahre vergeben und würdigt herausragende Ingenieurleistungen für ein Bauwerk, dessen Fertigstellung, Umbau und Instandsetzung zum Bewerbungsschluss nicht länger als drei Jahre zurückliegt. Er wird ausgelobt vom Verband Beratender Ingenieure und der Bundesingenieurkammer und steht unter der Schirmherrschaft des Bundesverkehrsministeriums. Diesmal fand der Festakt im Rahmen des 20. Dresdner Brückenbausymposiums statt.
In der Kategorie "Straßen- und Eisenbahnbrücken" wurde die 700 Meter lange Elbebrücke bei Mühlberg an der Grenze von Sachsen und Brandenburg prämiert.
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Fotos: W. Krentzien |