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Sassnitzer Ehrenbürgerin Frau Eugenia Waszak am 3. 9. 2010 verstorben


 

 

Am Freitag, dem 3. September 2010 verstarb Frau Eugenia Waszak, Ehrenbürgerin der Stadt Sassnitz, im Alter von 87 Jahren in Bydgoszcz (Republik Polen). 

 

Am 11. September 2006 beschloss die Stadtvertretung Sassnitz, Frau Waszak, die 1941 als 18jährige zur Zwangsarbeit nach Sassnitz gebracht wurde, stellvertretend für alle ehemaligen Zwangsarbeiter die Ehrenbürgerschaft der Stadt Sassnitz zu verleihen.

 

Der Bürgermeister Dieter Holtz richtete nachfolgendes Kondolenzschreiben an die Familie Waszak.

 

 

 

 

Liebe Familie Waszak,

 

mit großer Betroffenheit haben wir in Sassnitz die Nachricht erhalten, dass unsere Ehrenbürgerin Frau Eugenia Waszak gestorben ist.

 

Aus tiefstem Herzen fühlen und trauern wir mit Ihnen, mit der Familie und allen, die Frau Waszak gern hatten und als Mitbürgerin schätzten. Im Namen der Stadt Sassnitz und ganz persönlich spreche ich Ihnen mein tief empfundenes Beileid aus.

 

Sehr gern denken wir hier in Sassnitz und ich insbesondere an die Begegnungen mit Frau Waszak in Sassnitz und in Bydgoszcz. Neben dem bleibenden Andenken an unsere Ehrenbürgerin wollen wir uns an eine liebenswerte und bescheidene Frau erinnern.

 

Unvergessen soll bleiben, dass die unheilvolle Geschichte des deutschen Volkes Frau Waszak als junges Mädchen, wie viele andere Menschen, hierher nach Sassnitz zur Zwangsarbeit gebracht hat. Ein Lichtblick in dieser Zeit war die Freundschaft mit den deutschen Mädchen Hanni und Ursula. Es war ein sehr bewegender Moment als sich die drei Freundinnen 2006 wiedertrafen und die Freundschaft erneuerten sowie auch bei der Verleihung der Ehrenbürgerschaft im Stadtparlament von Bydgoszcz dabei zu sein.

 

Aber gerade die deutsch-polnische Geschichte, in die Eugenia Waszak so persönlich eingewoben ist, kann für uns nur mit der Absicht verbunden sein, menschlich und friedlich in aller Zukunft miteinander zu leben. Das sind wir Frau Waszak und vielen, vielen anderen schuldig. In diesem Sinne wollen wir ihr Andenken in die Zukunft tragen. Dazu haben schon die inzwischen vielfachen, bewegenden Begegnungen von jungen Sassnitzern, aber auch älteren mit den vielen ehemaligen polnischen Zwangsarbeitern beigetragen.

 

Liebe Familie Waszak,

 

nochmals spreche ich Ihnen unser Beileid aus. Auch wenn der Abschied schwerfällt, sie können auf ein langes Leben Ihrer Großmutter und auf viele schöne gemeinsame Tage und sicher auch schwere Stunden zurückschauen.

 

Ich bedauere es zutiefst, nicht persönlich zur Beisetzung anwesend zu sein. Doch es wird die Gelegenheit geben, Bydgoszcz zu besuchen und an das Grab unserer Ehrenbürgerin und guten Frau Waszak zu treten. Frau Wilke, die 1. stellvertretende Bürgermeisterin, Herr Slowy als Vertreter des Stadtparlaments und Herr Venz aus der Stadtverwaltung nehmen gemeinsam mit Ihnen Abschied von Frau Waszak. In Gedanken bin ich bei Ihnen.

 

Bitte pflegen Sie das Andenken gemeinsam mit uns. Mit dem Beiliegenden wollen wir dazu beitragen.

 

Mit herzlicher Anteilnahme

 

 

Dieter Holtz

Bürgermeister