Die Stadtvertretung Sassnitz gab am 05. 10. 2009 grünes Licht für den Erhalt und eine Zukunft für das einzigartige technische Denkmal Fährterminal "Glasbahnhof" als attraktives Tor in den Stadthafen Sassnitz in Verbindung mit der ebenfalls einzigartigen Fußgängerbrücke, die das Stadtzentrum mit dem Hafen verbindet.
Das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern betreibt seit Mitte der 90er Jahre im "Glasbahnhof", ein Museum für Unterwasserarchäologie. Das Museum wurde im Einvernehmen und mit Unterstützung der Stadt errichtet und betrieben. Materielle Voraussetzung lieferte die Scandlines Deutschland GmbH durch einen entsprechenden Mietvertrag für das Gebäude mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern.
Da das Gebäude immer weniger den Ansprüchen an so ein Museum genügte bzw. auch fortschreitende bauliche Mängel aufwies, wurde das Museum in den Jahren 2007 ? 2009 geschlossen. In einer Verbindung des Landesamtes mit Scandlines wurde in diesen Jahren eine bauliche Sanierung für 893.000 Euro, dabei ein Einsatz von 419.000 Euro Fördermittel aus dem Landesamt, vorgenommen. Das ermöglichte auch die Ausstellung zu "100 Jahre Eisenbahnfährverkehr Sassnitz - Trelleborg" im Glasbahnhof, die übrigens am 10. 10. 2009 einen weiteren Höhepunkt erlebt mit vielen Gästen aus Trelleborg als Ausdruck lebendiger Städtepartnerschaft (14 bis 17 Uhr).
Im Februar 2009 trug Herr Dr. Bednorz, Leiter des Landesamtes, im Hauptausschuss der Stadtvertretung die Absicht vor, in Gemeinsamkeit mit der Stadt und Scandlines in dieses Gebäude das Unterwasserarchäologische (Landes)Museum mit integriertem Restaurant in neuer Qualität wieder zu errichten und zu erweitern. Dazu wurde ein Konzept vorgestellt und im Laufe der letzten Monate überarbeitet und das Museum soll so gleichzeitig ein repräsentatives Eingangsportal für den Stadthafen sein.
Die Stadt Sassnitz wurde eingeladen, jetzt eine aktive Rolle zu spielen, das heißt eigentumsseitig einzusteigen und an den nötigen Investitionen mitzuwirken. Dieses Ansinnen trifft sich mit den Interessen der Stadt zur Herrichtung eines wesentlichen Gebäudes im Sanierungsgebiet Stadthafen.
Grundlage für eine ganzheitliche Lösung ist die Teilnahme der Stadt in Form einer 100 %igen gemeinnützigen städtischen Betriebs- und Bewirtschaftungsgesellschaft. Diesem Weg gab die Stadtvertretung ihre Zustimmung und äußerte sich durchweg positiv zum Vorhaben.
Der Landkreis ist in der Vorbereitung beteiligt gewesen, so dass jetzt auch die Genehmigung der Kommunalaufsicht erteilt werden kann. Im Landkreis wird das Projekt als weiterer Tourismusmagnet für Rügen angesehen.
Sowohl die Gesellschaft der Stadt als auch die damit verbundene Dreieinigkeit von Stadt, Landesamt für Kultur und Denkmalpflege und der Scandlines Deutschland GmbH sind der Schlüssel zum Erfolg. Die Scandlines Deutschland GmbH verschafft das langfristige Eigentum und wirkt an der Umsetzung des Projektes mit. Das Landesamt schafft mit dem Unterwasserarchäologischen Museum den Inhalt. Das integrierte Restaurant wird der Privatwirtschaft überlassen und die Stadt schafft mit ihrer Gesellschaft die materiellen und finanziellen Grundlagen und unterstützt die nachhaltige inhaltliche Wirkung.
Das Land Mecklenburg-Vorpommern unterstützt das Anliegen, weil Sassnitz als Zukunftsregion in Mecklenburg-Vorpommern benannt wurde und hier eine für das Land herausragende kulturelle und bauliche Infrastruktur mit überregionaler Wirkung entsteht.
D. Holtz